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Sanierung mit Kalkglätte im Nassbereich

Projekt Dusche Sanierung mit Kalkglätte – Vorhaben: Renovieren ohne Rausreißen:

Eine teils geflieste und teils verputzte Nasszelle soll mit Kalkputz und Kalkglätte überputzt werden.
Altputz und Fliesen können bleiben wo sie sind!

Bekannter Fall:  Die Badfliesen gefallen nicht mehr, sind renovierungsbedürftig? Aber außenrum wird gewohnt, also bitte größeren Dreck vermeiden! Sehr häufig werden heutzutage die bestehenden Fliesen einfach überklebt, neue Fliesen mit konventionellem Fliesenkleber auf die alten, fertig. Sie wollen aber nicht nur verschönern, sondern gleichzeitig Schimmelgefahr minimieren, Kondenswasser (z.B. am kühleren Fenster) reduzieren, Raumklima verbessern? Natürliche Kalkputze von Kreidezeit (Kalkglätte ist ein besonders feiner Kalkputz) können das! Und: sie lassen sich  auf so gut wie jede bestehende Badwand aufbringen, wir haben es probiert…

So sah die Dusche bisher aus:      Und so sieht die Dusche jetzt aus:

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Ok, das erste  Bild sieht aus wie ein WC. Ist auch eins. Weil es in der Firma genug WCs gibt, aber keine Dusche, sollte eins davon zur Dusche umgebaut und gleichzeitig mit Kalkputz und Kalkglätte verputzt werden.

Aber der Reihe nach:

Nicht gerade der klassische Untergrund für einen Kalkputz … Manche würden sagen: ein unmöglicher Untergrund für Kalkputz. Untere Raumhälfte gefliest mit dichtgebrannten Fliesen, obere Hälfte Rauputz, Zusammensetzung unbekannt. Aber mit den richtigen Materialien (von Kreidezeit) und mit dem richtigen Schichtaufbau: machbar! 

Das erste Zauberwort heißt GekkkoSol. GekkkoSOL basiert auf einer Mischung aus Wassergläsern. Das Bindemittel in GekkkoSOL ist in Wasser gelöstes Siliziumdioxid (Quarz), mit einer spezifischen Oberfläche von 500 m² pro Gramm. Diese große Oberfläche bewirkt enorm hohe Adhäsionskräfte, so dass zuverlässige Haftung auf nahezu allen Untergründen gegeben ist. Um auf den sehr glatten Fliesen eine möglichst gute Haftbrücke zu erzeugen, empfiehlt sich GekkkoSol mit Körnung.

Der Rauputz wird mit Kreidezeit Kaseingrundierung vorbehandelt.

Der Höhenunterschied zwischen verputzter und gefliester Fläche beträgt ca. 8 mm, deshalb wird zunächst nur auf den verputzten Teil eine entsprechende Schicht Kalkhaftputz aufgezogen (max. Auftragstärke 8 mm).

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Nach dem Durchtrocknen ist auf der ganzen Wandfläche die Basis für den vollflächigen Kalkputz gelegt. Der ist später nicht nur Trägerschicht für die Kalkglätte, sondern vor allem eine Pufferschicht, die enorm viel Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und danach langsam wieder abgeben kann. Zusammen mit der Alkalität des Kalks der bestmögliche Schimmelschutz in Feuchträumen! Je dicker der Kalkputz, desto stärker ist diese Pufferwirkung. Es empfiehlt sich also, die maximale Auftragstärke von 8 mm auszunutzen oder sogar, mit zweilagigem Auftrag, darüber hinaus zu gehen.

Ist diese Putzschicht leicht angezogen (Dauer hängt von der Auftragstärke ab), sind wir beim zweiten Zauberwort: Putzgewebe! Da wir hier einen – bei Renovierungsarbeiten typischen Fall von ‚schwierigem‘, d.h. aus mehreren unterschiedlichen, vielleicht sogar teilweise unbekannten Untergründen haben (was war z.B. unter den Fliesen?), wirkt ein vollflächig aufgebrachtes Putzgewebe wahre Wunder: es nimmt – auch viel später entstehende – Spannungen auf und verhindert Risse (die in unserem Fall heikelste Stelle: der Übergang von gefliestem zu verputzem Bereich).

Das Putzgewebe möglichst schon vor dem Aufbringen des Kalkhaftputzes zuschneiden (Überlappung der Bahnen beachten) und dann in den leicht angezogenen Putz einarbeiten (Kelle, Reibebrett.)

Wenn der so armierte Kalkhaftputz trocken ist (der Bereich über dem Rauputz trocknete deutlich langsamer als der über den Fliesen), wird zunächst mit Kreidezeit Kaseingrundierung grundiert, andernfalls würde die dünne Schicht Kalkglätte sehr schnell und sehr stark ‚anziehen‘ und sich dadurch evtl. nicht ausreichend nachbearbeiten lassen. Ist die Grundierung trocken, kann die Kalkglätte aufgebracht werden.

Kalkglätte ist edler, sehr feinkörniger Kalkputz (max. Körnung 0,5mm), der je nach Bearbeitung sehr unterschiedlich gestaltet werden kann. Man hat z.B. die Möglichkeit, ihn mit allen Kreidezeit-Pigmenten abzutönen. Nach dem Auftragen mit der Venezianerkelle kann die Oberfläche mit der Glättkelle von glatt bis superglatt gearbeitet werden.

Damit später das Wasser beim Duschen an der Wand gut abperlt, wird die noch feuchte Oberfläche der Kalkglätte schließlich geseift. Die Seife bildet mit dem frischen Kalk sogenannte Kalkseifen, die die Oberfläche dauerhaft hydrophobieren, ohne ihre Diffusionsfähigkeit zu beeinträchtigen. Der ideale Zeitpunkt für den Seifenauftrag (Glätteseife-Konzentrat nach Anleitung mit Wasser verdünnen!) ist, wenn die Kalkglätte schon druckfest, aber noch feucht ist, das kann je nach Jahreszeit bei einer Schicht von nur max. 2mm relativ schnell gehen. Besteht die Gefahr einer zu schnellen Austrocknung, wird die Wand mit Wasser aus der Sprühflasche vorsichtig angefeuchtet (Wasser soll sofort einziehen, nicht herunterlaufen). Die verdünnte Glätteseife Konzentrat wird mit einem weichen Pinsel auftretragen und anschließend mit der Glättkelle eingearbeitet und verpresst, die Oberfläche wird dadurch noch einmal glatter, je nach Arbeitsweise sogar leicht seidenmatt glänzend. 

Wiederholtes Seifen verbessert die wasserabweisenden Eigenschaften der Kalkglätte. Dazu nach vollständiger Trocknung der ersten Seifenschicht, jedoch spätestens nach 2 Tagen, erneut Glätteseife auftragen. Nach kurzem Anziehen kommt dann aber keine metallische Kelle mehr zum Einsatz (die Kalkglätte ist jetzt zu hart). Stattdessen wird mit einem Kunststoff-Folienballen (HDPE, z.B. „knisternder“ Müllbeutel) in kreisenden Bewegungen poliert.

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Das Ergebnis: eine edle, fugenlos gestaltete, schimmelfreie Dusche mit der einzigartigen Optik und Haptik der Kalkglätte.

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